Deutsche Gesellschaft
für Professional Service Firms e.V.
 

16. April 2013

kolumne: grob, zusammengefasst

Man ficht deutsch?

von Markus Hartung

Anmerkungen zu dem Artikel „Man ficht deutsch“ von Claudia Tödtmann in der Wirtschaftswoche 42/2012 vom 15.10.2012

1 Prolog

Um mit dem Positiven zu beginnen: Der Titel des Wirtschaftswoche-Artikels ist einfach wunderbar und preiswürdig. Damit war ein Artikel von Claudia Tödtmann in der Wirtschaftswoche vom 15. Oktober 2012 überschrieben. Dieser Beitrag gehört zu einer „Serie Beratercheck“ und gründete auf einer Studie, welche die Kommunikationsagentur Faktenkontor GmbH aus Hamburg im Auftrag der Wirtschaftswoche erstellt hatte. In der Studie waren die „Justiziare der 1500 größten deutschen Unternehmen sowie der 100 größten Banken und Versicherungen“ danach befragt worden, welche Kanzleien (verstanden als die 50 größten Kanzleien nach dem Juve-Ranking 2010/2011) aus ihrer Sicht den besten Ruf hätten, welche man empfehlen würde und mit welcher man unzufrieden sei. Eine der Fragen lautete, welche Kanzlei man „in Notsituationen“ beauftragen würde (so ist die Frage im Beitrag dargestellt, in der Studie war die Frage sehr viel differenzierter gestellt, siehe dazu unten). Als diese Kanzlei entpuppte sich Gleiss Lutz: 21% der Befragten nannten diese Kanzlei, die mit deutlichem Abstand auf dem ersten Platz landete, vor Noerr LLP (17%), Freshfields (16%) und Hengeler Mueller (13%). Gleiss Lutz war über diesen Artikel augenscheinlich sehr angetan und schaltete in der Zeitschrift „unternehmensjurist“, Ausgabe 06/2012, S. 53, eine ganzseitige Anzeige mit dem Werbespruch „Deutschlands meistbeauftragte Kanzlei für Härtefälle“; weiterhin wurde darauf verwiesen, die Studie der Wirtschaftswoche habe ergeben, dass Gleiss „in allen Kategorien der Umfrage (...) auf Platz 1“ gelandet sei. Der Artikel ist über die Homepage von Gleiss Lutz verlinkt [ hier ].

Hält der Beitrag das, was die Überschrift verspricht? Leider nein. Oder doch: In dem Artikel kommen die angelsächsischen Kanzleien nicht gut weg, anders als deutsche Kanzleien. Aber das stützt sich auf Behauptungen, die schlichtweg nicht haltbar sind und durch die Studie auch kaum gestützt werden. Nachfolgend lesen Sie, warum.

2 Der Beitrag

Der Tenor des Beitrags ging dahin, dass deutsche Unternehmen und Banken lieber deutsche Kanzleien beauftragen, wenn es „hart auf hart komme“. Obwohl Honorare und deren Angemessenheit im Mittelpunkt des Beitrags standen (die Studie enthält mehr Material), begründeten die befragten Justiziare ihre Vorliebe für deutsche Kanzleien mit Begriffen, die man in diesem Zusammenhang schon fast vergessen hatte: „Vertrauen“, „Geborgenheit“, „am Ende des Tages menschele“ es eben doch und die „Chemie zwischen Entscheidern und Anwälten“ müsse passen. Die Urheber dieser Bemerkungen blieben anonym, so dass offen bleibt, warum es zwischen einem Justiziar und einem deutschen Gleiss-Anwalt anders „menschelt“ als zwischen einem Justiziar und z.B. einem deutschen Freshfields-Anwalt.

Warum deutsche Kanzleien? Weil die angelsächsischen Kanzleien zu teuer seien, zu viele Associates beschäftigten und ein rigides, zentralistisches Management hätten, das die Partner dieser Kanzleien zur Unflexibilität und dazu zwinge, hohe Honorare zu berechnen. Außerdem führten die angelsächsischen Gewinnverteilungssysteme zu Konkurrenz innerhalb der Kanzleien, zum Nachteil der Mandanten. Schließlich lässt die Kultur angelsächsischer Kanzleien offenbar zu wünschen übrig: Angelsächsische Kanzleien seien profitgetrieben und würden Praxisgruppen schließen, wenn sie nicht mehr ertragsstark genug seien, auch Partner würden „gnadenlos ausgesiebt“. In deutschen Kanzleien ist das offenbar alles anders. Dass die Bereitschaft englischer Kanzleien, ertragsschwache und/oder unprofitable Bereiche zu schließen, bei Justiziaren in Unternehmen, Banken und Versicherungen auf Kritik stößt, muss man zunächst einmal zur Kenntnis nehmen. Die Unternehmen, in denen sie tätig sind, werden vermutlich ähnliche Entscheidungen treffen, wenn sich Geschäftsbereiche nicht mehr rechnen, aber: Dafür sind Justiziare ja nicht verantwortlich.

Der Beitrag stützte sich zum einen auf Ergebnisse der Studie, ansonsten auf Angaben von teils namentlich genannten, teils nicht genannten „Unternehmensjustiziaren“ oder „Insidern“. Wie valide und belastbar das alles ist, kann man nicht nachprüfen. Wenn man aber eine Reihe von Aussagen an den in dem Beitrag enthaltenen Tabellen misst oder eingehender abklopft, dann erweist sich die Kernbehauptung des Beitrags – im Ernstfall deutsch – als unrichtig.

2.1 Ergebnisse der Studie im Beitrag

Der Beitrag bezog sich auf verschiedene Ergebnisse der Studie, insbesondere aber auf die Themen Renommée und Notfall. Dazu enthielt er zwei Tabellen: Tabelle 1 beinhaltete die Ergebnisse auf die Frage „Wie beurteilen Sie das Renommée dieser Kanzleien?“, Tabelle 2 die Ergebnisse auf die Frage „Wen würden Sie in Notsituationen beauftragen? [Die Frage war tatsächlich sehr viel ausführlicher und fragte nach besonders schweren Compliance Angelegenheiten wie Bestechung, Kartellverstößen oder anderen sehr ernsten rechtlichen Situationen.]


2.1.1
Tabelle 1 – Renommée

In Tabelle 1 stehen zwei deutsche Kanzleien an der Spitze (mit Note 1,7: Hengeler und Gleiss), dicht gefolgt von drei Kanzleien mit der Note 1,9, von denen nur eine deutsch, nämlich eine deutsche Steuerboutique ist, bei den anderen beiden handelt es sich um Freshfields (UK) und um Cleary Gottlieb (USA). So geht es dann weiter: Mit Note 2 werden insgesamt drei Kanzleien bewertet, von denen zwei, nämlich Linklaters und Clifford Chance, wiederum zu den „angelsächsischen“ Kanzleien gehören und man bei der dritten Kanzlei darüber diskutieren kann, ob es noch eine deutsche Kanzlei ist, oder nicht doch der deutsche Teil eines internationalen Kanzleiverbundes (CMS Hasche Sigle). Unter den ersten acht Kanzleien, die mit den Noten 1,7 bis 2,0 bewertet wurden, befinden sich drei deutsche und fünf nicht-deutsche, und wenn man CMS als deutsche Kanzlei ansieht, ist das Verhältnis 4:4. Das spricht jetzt nicht unbedingt für die These des Beitrags, die deutschen Kanzleien hätten durch die Bank das bessere Renommée. Dass Hengeler und Gleiss sich mit der Schulnote 1,7 den ersten Platz teilen, ist aller Ehren wert, aber der Abstand zu den mit 1,9 bewerteten Cleary Gottlieb und Freshfields rechtfertigt schon die Frage, ob man daraus wirklich Schlüsse ziehen kann.

Die Schulbenotung geht bis 3,2. Wenn der Bereich von, sagen wir, 2,6 bis 3,2 zu den schlechten Ergebnissen gehört, dann findet man da 18 Kanzleien, von denen die klare Mehrheit, nämlich 11, urdeutsche Kanzleien sind. Das Schlusslicht mit den Noten 3,1 und 3,2 bilden schließlich drei deutsche Kanzleien – auch nicht gerade ein Beleg für die Überlegenheit der deutschen Kanzleien.

2.1.2 Tabelle 2 – der Notfall

Aber es ging ja im Wesentlichen um die Frage, wer in Notfällen beauftragt wird, damit befasst sich Tabelle 2: An der Spitze steht Gleiss mit 21% der Befragten. Aber stimmt denn ansonsten die Aussage des Artikels, im Ernstfall werde deutsch beauftragt? Eher nicht: Wenn man die ersten fünf Plätze nimmt, auf den sich acht Kanzleien verteilen, dann findet man drei deutsche und fünf internationale Kanzleien – oder wiederum 4:4, je nachdem wie man CMS bewertet. Das gleiche Ergebnis ergibt sich, wenn man die Tabelle von unten liest, also untersucht, wer denn so überhaupt gar nicht in Betracht kommt, wenn es ernst wird: Zählt man dazu Kanzleien, die entweder nur von 1% oder von niemandem genannt wurden, dann sind das 23 Kanzleien, von denen 13 deutsche Kanzleien sind. Das ist schwerlich ein Beleg für die lautstarke These des Beitrags.

Sinister wird es aber, wenn man hierzu die Studie heranzieht, dort findet man etwas mehr Informationen. Wir erinnern uns: In der Studie waren die „Justiziare der 1500 größten deutschen Unternehmen sowie der 100 größten Banken und Versicherungen“ befragt worden. Zu dieser Frage lagen aber nur 166 Bewertungen vor – da bei dieser Frage allerdings Mehrfachnennungen zulässig waren, handelt es sich hierbei nicht unbedingt um die Anzahl der Personen, die diese Frage beantwortet haben, sondern vielmehr um die Anzahl abgegebener Antworten. Festzuhalten bleibt, dass von den abgegebenen Bewertungen 21%, also gut 35, Gleiss als die Kanzlei für Notfälle nennen, immerhin. Wie das Ergebnis ausgesehen hätte bei einer größeren Zahl von Antworten, kann man nicht sagen. Ist es zulässig, auf einen solchen Befund die Aussage zu stützen, von 1500 Unternehmen und 100 Finanzdienstleistern seien 21% der Meinung, Gleiss sei die Kanzlei für Härtefälle? Bezogen auf 1600 befragte Unternehmen sind es 2,9%.

2.2 Sonstige Behauptungen

Was stimmt denn sonst an den Behauptungen des Beitrags über die „angelsächsischen“ Kanzleien („angelsächsisch“ steht hier offenbar für alles, was nicht deutsch ist), wenn man einmal den Gossip einzelner nicht genannter Unternehmensjustiziare oder „Insider“ außer Betracht lässt? Auch da erweist sich vieles als nicht haltbar oder schlichtweg falsch.

2.2.1 Das Gewinnverteilungssystem

Das gilt etwa für die Aussage über die Gewinnverteilungssysteme in deutschen und nicht-deutschen Kanzleien. Darauf stützen sich die Behauptungen, dass in angelsächsischen Kanzleien der interne Konkurrenzkamp besonders hoch sei, zum Nachteil von Mandanten. Im Beitrag heißt es: „In deutschen Kanzleien wird meist der Gewinn durch die Partner geteilt, im angelsächsischen System orientiert sich der Gewinn des Einzelnen an seinem individuellen Umsatz. Im brachialen Branchenjargon heißt das: Eat what you kill ...“. Diese Behauptung ist so unsinnig wie falsch: Gewinne werden stets durch die Partner geteilt, in deutschen wie in angelsächsischen oder un US-amerikanischen Kanzleien. Die Frage muss doch eher lauten, nach welchem Verteilungsschlüssel der Gewinn verteilt wird. Wenn jedenfalls gemeint sein soll, dass in deutschen Kanzleien die Partner zu gleichen Teilen am Gewinn partizipieren, dann wäre die Aussage falsch: Denn Kanzleien wie Gleiss, Hengeler oder Noerr (auch CMS Hasche Sigle, wenn man sie zu den deutschen Kanzleien zählt) wenden ein sog. Lockstep-System an, wonach der Gewinnanteil eines Partners von der Dauer der Zugehörigkeit zur Sozietät abhängt. Das ist aber nicht anders in den großen englischen Kanzleien, die zum Magic Circle gehören: Freshfields, Linklaters, Clifford Chance und Allen & Overy vergüten ebenfalls nach einem Lockstep-System. Dieses Lockstep-System wird auch von den sogenannten Elite-Firms in New York angewendet. Richtig ist allerdings, dass es eine Reihe von englischen und US-amerikanischen Kanzleien gibt, die den Gewinn ausgehend vom individuellen Beitrag eines Partners verteilen. Das ist aber bei weitem keine Domäne ausländischer Kanzleien, im Gegenteil: Ein solches System findet man auch bei sehr vielen deutschen Kanzleien. Es wäre auch verkürzt, diese sog. „merit based systems“ als „eat what you kill“ zu umschreiben, weil z.B. DLA Piper (UK) und Latham & Watkins (USA) ein sehr ausgefeiltes und differenziertes Gewinnverteilungssystem haben, bei dem der individuelle Umsatzbeitrag eines Partner eine wichtige, aber längst nicht die maßgebliche Rolle spielt.

Zwischenfazit: Die Behauptungen des Beitrags, die sich auf die Gewinnverteilungssysteme stützen, lassen sich nicht darauf stützen.

2.2.2 Die Leverage Ratio

Ähnlich ist es mit den Behauptungen über die Leverage Ratio, also das Verhältnis von Partnern und angestellten Anwälten. Der Beitrag sagt dazu auf S. 78: „Weil britische und amerikanische Kanzleien viel mehr angestellte Anwälte an Bord haben, rücken sie ihren Kunden gerne mit Zehn-Mann-Teams auf die Pelle. (...) Auf einen Partner kommen im Schnitt fünf angestellte Anwälte (...). Bei deutschen Kanzleien sind es in der Regel nur zwei“. Das deckt sich nicht mit dem verfügbaren Zahlenmaterial. Auf Nachfrage teilte die Autorin mit, ihre Berechnungen hätten eine Ratio von 2,77 für deutsche und von 4,27 für nicht-deutsche Kanzleien ergeben. Wie diese Werte errechnet wurden, kann man mal dahinstehen lassen, aber etwas ungewöhnlich ist das Rundungsverhalten schon. Bei richtiger Berechnung und Rundung landet man bei einer deutschen Ratio von 1:3 und bei einer nicht-deutschen von 1:4, nicht aber bei 1:2 vs. 1:5. Das passt wiederum nicht zur These des Beitrags. Jedenfalls kann von „im Schnitt fünf“ nun wirklich keine Rede sein, und die genannten „Zehn-Mann-Teams“ beruhen auf welchem Erfahrungshintergrund auch immer.

2.3 Fazit

Gibt es also nie zu große Teams, oder zu hohe Honorare? Natürlich nicht, im Gegenteil. Aber die Behauptung, das müssten sich ausschließlich die ausländischen Kanzleien vorwerfen lassen, ist nicht nur unrichtig, sondern eine sehr parochiale Sichtweise, fast könnte man von „ausländerunfreundlich“ sprechen.

Im Ergebnis können wir also festhalten, dass der Beitrag mit seiner hübschen Überschrift sehr vom Wollen getragen ist, vom Meinen und Dafürhalten, von Bemerkungen genannter und nicht genannter Quellen, weniger von Fakten oder Tatsachen. Die Behauptung „im Ernstfall deutsch“ wird weder im Beitrag noch durch die Studie belegt und lässt sich auch nicht belegen. Wie auch – letztlich sind es alles deutsche Anwälte, über die wir sprechen, und wenn es um Vertrauen und das „menscheln“ geht, dann wird sich das kaum an Sozietätszugehörigkeit entscheiden. Ein Satz taucht in dem Beitrag gar nicht auf, den man aber dauernd hört: We hire lawyers, not law firms. Das wird jeder Unternehmensjurist sofort unterschreiben, und das kippt letztlich die Aussage des Artikels.

3 Epilog

Aber nun gibt es ja die Studie, auf die sich der Beitrag stützt. Dabei geht es nicht nur um die beiden genannten Tabellen, sondern auch um viele andere Behauptungen. Der Beitrag sagte am Ende, die Studie sei für 14,90 Euro plus USt. zu erwerben. Versuchte man das, lernte man, dass es sich um einen bedauerlichen Fehler handele, die Studie koste 1.490 Euro, plus Umsatzsteuer. Das wird viele Kanzleien nicht davon abgehalten haben, die Studie zu erwerben, denn man kann eine solche Studie nicht ignorieren, weder als Gleiss Lutz noch als eine Kanzlei wie Göhmann oder Buse Heberer Fromm, die nach der Studie zu den am schlechtesten bewerteten Kanzleien gehören.

Bei der Online-Umfrage handelte es sich um eine Vollerhebung in der Gruppe der 1.500 größten Unternehmen und 100 Finanzdienstleister. In der Studie heißt es dann im Bereich “Methode”: „Es wurden gezielt Entscheider, die für die Auswahl und die Zusammenarbeit mit den Kanzleien verantwortlich sind, ausgewählt und eingeladen, an der Befragung teilzunehmen”. Dabei bleibt offen, wie diese Entscheider ausgewählt wurden und welche Position sie im Unternehmen einnehmen. Eine Übersicht, wie viel Prozent der Personen, die den Fragebogen beantwortet haben, zum Beispiel General Counsel, Counsel, Geschäftsführer / CEO oder eventuell auch Mitarbeiter aus dem Einkauf etc. sind, fehlt. Diese Information ist allerdings für die Analyse der Ergebnisse wichtig und sollte daher eigentlich nicht fehlen.

Generell wird an keinem Punkt darauf eingegangen, wie hoch die Ausschöpfungsquote ist. Dabei handelt es sich um den Anteil der Personen, mit denen ein Interview durchgeführt werden konnte unter denjenigen Personen, die für eine Zufallsstichprobe ausgewählt wurden.

Dieser Hinweis darf allerdings auf keinen Fall fehlen, da nur anhand der Ausschöpfungsquote überprüft werden kann, ob es sich tatsächlich um statistisch valide Ergebnisse handelt. Dabei unterscheidet man zwischen Rückläufern insgesamt und vollständig ausgefüllten Fragebögen. Richtig wäre es, diejenigen Fragebögen nicht auszuwerten, die zwar „zurückgekommen“ sind, allerdings nicht vollständig ausgefüllt wurden (vollständig bedeutet in diesem Zusammenhang nicht, dass jede Frage beantwortet wurde, allerdings zumindest die Erste und die Letzte, sowie insgesamt mindestens circa 70% der Fragen).

Darüber hinaus wird bei den einzelnen Fragen nicht deutlich, ob Mehrfachnennungen möglich waren. Dabei kann es sich im weiteren Sinne um eine Irreführung handeln, denn die teilweise hohe Anzahl der Bewertungen (auch mehr als 1.600) täuscht schnell darüber hinweg, dass hinter diesen Bewertungen nur eine kleine Gruppe Personen stehen kann.

Der Rücklauf war schließlich sehr unterschiedlich, wofür die Studie nichts kann. Es gab eine Reihe von Fragen, zu denen es nur 89 Antworten, 30 Antworten oder nur 14 Antworten (von den insgesamt 1.600 Befragten) gab. Gleichwohl wurden auch solche Antworten in Aussagen übersetzt, die es dann aber nicht in den WiWo-Artikel geschafft haben.

Last but not least: Die Studie ist bei den Kernaussagen deutlich weniger eindeutig als der Artikel. Denn die Management Summary [ hier ] beginnt mit einer Feststellung, welche die Behauptungen des WiWo-Artikels nicht nur nicht stützt, sondern widerlegt: Die Kanzleien Freshfields (UK), Gleiss (D), Linklaters (UK), CMS Hasche Sigle (D oder internationaler Verbund, je nach Sichtweise) und Clifford Chance (UK) genießen nicht nur einen hohen Bekanntheitsgrad, sondern auch einen guten Ruf; diese Kanzleien wurden in den letzten 24 Monaten am meisten beauftragt, auch in Compliance-Fällen (womit die besonders ernsten Fälle gemeint sind), und von den großen Unternehmen weiterempfohlen. Man ficht deutsch? Das ist nun wirklich nicht die Smoking Gun für die „im Notfall deutsch“-These des Artikels.


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